Georgiritt

Auerberg

Weilheim-Schongau

Bayern

Deutschland - Germany

Dieses Jahr

23.04.2022 (23.4.)

Nächstes Jahr

23.04.2023 (23.4.)

Turnus

jährlich

Festausübung

N
aktuell

Allg. Festbeschreibung

Geografie

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Ort

Auerberg

Kreis

Weilheim-Schongau

Region

Bayern

Staat

Deutschland - Germany

Beschreibung


Am Georgstag werden jedes Jahr ca. 10.000 - 12.000 Besucher erwartet.
Nur wenige finden in der kleinen Kirche Platz, um dem Gottesdienst beizuwohnen. Bei gutem Wetter wird deshalb eine Feldmesse abgehalten - auf einem südlich des Gipfelhanges gelegenen Waldhügel - damit alle Anwesenden an der Messe teilnehmen können.
In der ersten Reihe nehmen die Fahnenträger mit den alten, schwerseidenen Fahnentüchern Aufstellung; die Bernbeurer Musikkapelle begleitet die Messe.
Nach dem Schlussgesang erscheinen am Waldrand die ersten Reiter: der Zugführer und die Vorstandschaft des Georgi-Ritter-Vereins, hoch zu Ross, in Schwarz gekleidet mit einem Zylinder auf dem Kopf. Sie reiten den Waldhügel hinunter und den Gegenhang zur Kirche hinauf, wo sie die - inzwischen ebenfalls berittenen - Priester, Mesner und Ministranten abholen.
Nun tauchen am Waldrand - in drei Zügen aufgeteilt - die übrigen Reiter auf; der Kostümzug mit einer Fanfarengruppe, der Herold voraus, die Engel, die römischen Reiter in rot-gelben Uniformen und schließlich Ritter Georg selbst; er reitet auf einem Schimmel und hält die Fahne in der ausgestreckten Hand. Im zweiten Zug werden stets zwei Pferde ohne Reiter mitgeführt; sie tragen einen Stahlhelm auf dem Sattel und sollen an die Gefallenen der Auerberggemeinden erinnern. Es folgen die sogenannten "Altgeschlechter", die zum größten Teil die Wappenschilde ihrer Familien tragen. Im dritten Zug folgen die örtlichen Vereine: Veteranen, Landjugend, Trachtenvereine, Musikkapellen; hieran schließen sich die Einzelreiter an.
Reiter und Pferde stellen sich nach dem Aufzug auf der Gipfelwiese auf: der Kreuzrittermarsch und die Festfanfare werden gespielt, der Priester erinnert noch einmal an die Bedeutung des Tages und reitet dann segnend durch die Reihen. Anschließend folgt eine Gefallenenehrung. Nun formiert sich der Zug wieder zum Ritt um Kirche und Berg; auf der Festwiese löst er sich dann unter den Klängen des Fehrbelliner Reitermarsches auf.

Geschichte:
Im 19. Jh. und noch nach der Jahrhundertwende wurde das Patroziniumsfest der Auerberger Georgskirche am Sonntag nach dem 23. April mit Hochamt und Predigt feierlich begangen. Erst 1925 wurde dieser Bauernfeiertag mit einem Georgsritt mit Pferdebenediktion verbunden. Zur geordneten Durchführung des Rittes wurden um den Auerberg Gebietsabschnitte gebildet, für die einzelne Leiter bestimmt wurden. Die künstlerische Gestaltung des Rittes wurde dem Bernbeurer Bildhauer Martin Kraut übertragen (einheitliche Satteldecken, Beschaffung der historischen Gewänder, Aufbau der historischen Gruppe). Die Auerberger Altgeschlechter, das sind etwa vierzehn traditionsbewusste Bauernfamilien, auf deren Höfen sich seit dem frühen 17. Jahrhundert der Familienname nicht geändert hat, d. h. immer Söhne, niemals Töchter den Hof übernommen haben. Die Altgeschlechter sind seit 1935 am Ritt beteiligt. 1951 wurde die erste Feldmesse gelesen.
Beim Auerberger Georgiritt handelt es sich um eine völlige Neuschöpfung der 1920er Jahre. Seither haben sich jedoch feste - traditionell zu nennende - Formen und Abläufe herauskristallisiert, die als verbindlich gelten.