Heilig-Blut-Fest

Reichenau

Konstanz

Baden-Württemberg

Deutschland - Germany

Dieses Jahr

13.06.2022 (Montag nach dem 1. Sonntag nach Pfingsten)

Nächstes Jahr

05.06.2023 (Montag nach dem 1. Sonntag nach Pfingsten)

Turnus

jährlich

Festausübung

N
aktuell

Geografie

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Ort

Reichenau

Kreis

Konstanz

Region

Baden-Württemberg

Staat

Deutschland - Germany

Beschreibung


Bereits am Sonntagabend wird das Heilig-Blut-Fest mit einer feierlichen Messe in Münster eröffnet. Am Montagmorgen werden früh einige Messen abgehalten, dann folgt die Parade der historischen Bürgerwehr auf dem Münsterplatz. Die Bürgerwehr, die Bürgermusik und der Spielmannszug begrüßen den Ehrengast (Bischof oder Abt) und geleiten ihn zum Münster. Nach dem großen Festgottesdienst beginnt die Prozession, bei der die Heilig-Blut-Monstranz, in der sich als Reliquie "Blutdurchtränkte Erde von Golgotha" befindet. Auch die anderen Reliquien aus dem Münster werden bei der Prozession mitgeführt. Begleitet werden sie wieder von der Bürgerwehr, dem Spielmannszug, der Bürgermusik und Reichenauer Trachten. Am Nachmittag findet die Heilig-Blut-Feier statt, bei der den Gläubigen Gelegenheit gegeben wird, die Reliquie zu verehren. Zum Abschluß gibt es dann ein Festkonzert der Bürgermusik.
Von der aus der Benediktinerabtei übernommenen Tradition besteht noch heute dieser Inselfeiertag. Die goldenen Zeit des Reichenauer Inselklosters lag zwischen 800 und 1100. In diese Zeit, nämlich 925, fällt auch der Erwerb der Heilig-Blut-Reliquie. Ein unbekannter Mönch hat im 10. Jhdt. in einem sogenannten Translationsbericht festgehalten, wie die Reliquie nach Reichenau kam. Die Erzählung schildert den Weg der Überbringung von Jerusalem auf die Reichenau. Der Bericht umspannt einen Zeitraum von über 120 Jahren. In einem ersten Teil wird von der Übergabe an Karl den großen berichtet, ein zweiter Teil zeichnet den Weg der Reliquie bis zur Reichenau nach, und in einem letzten Teil werden dann die Ereignisse auf der Insel selber erzählt.
Die Reichenauer Heilig-Blut-Reliquie ist ein kleines, aus vergoldetem Silber gearbeitetes byzantinisches Abtskreuz, das nach der Überlieferung Blut Christi und einen Splitter vom Kreuz Christi enthalten soll.

Den ersten Beweis für die aufkommende Verehrung dieser Heilig-Blut-Reliquie lieferte Kaiser Otto der Große. Er stiftete schon im Jahr 950 den Zehnten der Kirche Burg an die Reichenau, um durch die Einkünfte das Wachs für die Leuchter beschaffen zu können. Bereits vor 946 wurde östlich der Doppelapsis des Münsters für die Reliquien vom Heiligen Kreuz und Blut eine Heilig-Kreuz-Kapelle (Rotunde) eingebaut, die dann 1437 dem Neubau des gotischen Chors zum Opfer fiel. 1634 brachte der Ordensgeistliche Maurus Speth das Heiligblut in das Zisterzienserinnenkloster Günterstal bei Freiburg, um es während des 30jährigen Krieges vor den Schweden in Sicherheit zu bringen. 1737 wurde es wieder entdeckt und auf die Reichenau zurückgebracht.
Die Reliquie bekam eine barocke Fassung mit Edelsteinen, welche der Goldschmied J.G. Schalch aus Schaffhausen schuf.
Am 26. Mai 1738 wurde das Heilig-Blut durch den Konstanzer Fürstbischof Johann Franz von Stauffenberg wieder erstmals öffentlich zur Verehrung ausgesetzt. Die feierliche Prozession wurde auf einem großen Tafelbild, das sich im nördlichen Seitenschiff des Münsters befindet, festgehalten. Seit dem Jahr 1738 wird immer am Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag auf der Reichenau das Heilig-Blut-Fest gefeiert. 1746 erhielt die Heilig-Blut-Reliquie in der Barockfassung zusätzlich eine Barock-Monstranz. Die Reliquie ist heute im sogenannten Heilig-Blut-Altar verwahrt, den der Konstanzer Fürstbischof Johann Franz von Stauffenberg 1739 gestiftet hatte.