Tinzltag
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Beschreibung
Das Höhendorf Aldein südöstlich von Bozen ist das einzige Dorf in Südtirol, das noch immer seinen Kinder-Tinzltag abhält. An diesem Tag haben die Kinder schulfrei. Außer den Kindern findet sich viel Volk am Dorfplatz ein. Um 8 Uhr früh ziehen die Schüler unter Führung der Lehrpersonen vom Schulhaus in die nahe Kirche, wo sie, nach Geschlechtern getrennt, in den vorderen Bänken Platz nehmen. Jeder Bub trägt nach ländlicher Sitte einen Hut, der über und über mit Bändern und langen aufrecht stehenden Pfauenfedern (bis zu 20 Stück pro Hut) geziert ist. Auch das Lehrpersonal schließt sich von diesem Brauch nicht aus. Die Mädchen tragen selbst angefertigte Blumenkränze aus Papier im Haar und nach Möglichkeit eine helle Schürze. In der Kirche stellen die Buben die Hüte vor sich auf. Der Priester liest die heilige Messe, die Kinder singen, dann schreitet alles geordnet nach vorne zum Opfer, wobei man ein kleines Scherflein in einen Teller legt. Nach dem Gottesdienst springen die Kinder jodelnd und Hüte schwenkend am Dorfplatz herum, bestaunen sich gegenseitig und lassen sich bestaunen. Dann wird Aufstellung genommen und unter Vorantritt einer kleinen örtlichen Blaskapelle um den "Tiergarten" (eine Flur) geschritten. Man singt unter Anleitung der Lehrer. Die Erwachsenen Zuschauer werfen Konfetti und Bonbons. Der Umzug endet beim Pfarrsaal, wo den Kindern entweder ein Theater, Lichtbildvortrag oder Spielfilm vorgeführt wird. Die Kinder bekommen dann Tee oder Orangensaft und Kekse. Eltern mit nichtschulpflichtigen Kindern, das Lehrpersonal, der Pfarrer und der Kooperator sind auch anwesend. Die Unterhaltungskapelle spielt. Um 11 Uhr ist der Kinder-Tinzltag beendet.
Referenzen
Günther Kapfhammer (Hrsg.): Brauchtum in den Alpenländern. Ein lexikalischer Führer durch den Jahreslauf. München 1977. S.