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Beschreibung
Ein Gewährsmann, der in seiner Jugend den "Lätaretag" miterlebte, berichtete:
"Die Jungen der fünften bis achten Klasse bauten sich einige Tage vor Lätare ihre Fackeln, indem sie Kienholz an einem Holzstab befestigten. An Lätare versammelten sie sich früh um 3 Uhr vor der Schule. Die Fackeln wurden angezündet, dann marschierte die ganze Gruppe zur Teilbacher Mühle an der Tauber, "den Eselweg nab" bis zum Stauchstein, wo die Gemarkung Sachshausen, Reichholzhausen und Waldenhausen angrenzen. Der jüngste Fünftkläßler wurde von dem ältesten Jungen unsanft auf diesen Stein "gestaucht", "damit er sich das merkt". An der Mühle angekommen, sangen die Jungen Kirchenlieder.
Diesen nächtlichen Besuch lohnte der Müller mit 100 Eiern und 10 Pfund Mehl. Um acht Uhr sind dann die Jungen im Dorf von Haus zu Haus gezogen; während des Gottesdienstes machten sie Pause und setzten nachher ihren Heischegang fort. Das Heischen dauerte bis in den späten Mittag. Wenn die Jungen ins Haus eingelassen wurden, sangen sie: "Nun danket alle Gott" oder "Großer Gott wir loben Dich". Wo die "Eierspende" an die Tür gebracht wurde, unterließen sie den Gesang.
Die Eier wurden nach einem bestimmten Muster verteilt. Die Jungen der 5. Klasse - sie hatten die Aufgabe, die Funken beim nächtlichen Marsch auszutreten, weswegen sie Funkentreter genannt wurden - erhielten je drei Eier; die Sechstkläßler je 6 Eier, die aus dem 7. Schuljahr je 9 Eier und drei Pfennige, die Jungen aus dem 8. Schuljahr teilten den Rest unter sich. Das Mehl wurde beim Bäcker verkauft."
Referenzen
Th. Brauch: Lätarebrauchtum am bayerisch-badischen Untermain, im östlichen Odenwald und Bauland. Würzburg o.J. S. 64. Karl Mossemann: Sachsenhausen. Dorf und Heimatgeschichte. Sonderdruck aus den Wertheimer Jahrbüchern 1953 und 1954. Hgg. 1957. S. 29-3