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Beschreibung
Die Schulkinder dieses Dorfes spielen alljährlich das Spiel vom "Hejo". Sie versammeln sich am nördlichen Ortsrand, wo der Hejo sein Versteck hat. Mit dem letzten Glockenschlag des Zwölfuhrläutens bewegt sich der Hejozug aus Buben und Mädchen talabwärts zum Dorfeingang unter dem Geschrei der Kinder:
"Hejo, Hejo, toter Mann!
Im Winter wird er naustrage,
im Sommer kommt der Hejo!"
Ohne Hast geht es zum Dorf hinab auf eine Wiese am unteren Dorfende. Hier geht der "Toudemo", wie die Strohpuppe auch genannt wird, umringt von der Jugend in Flammen auf. Bekleidet ist er mit alten Kleidern und einer schmucklosen Maske. Kaum ist der Strohrumpf verbrannt, eilen die Kinder zurück ins Dorf. der Hejo-träger ergreift nun ein 3-4 m hohes Fichtenbäumchen, dessen Gipfel über und über mit bunten Papierbüscheln geschmückt ist, und trägt ihn von Haus zu Haus, von der Kinderschar begleitet. Jedes erwartet den Hejo. Am Fenster steht eine Person reißt ein Bänderbüschelchen ab und hängt es irgendwo in der Stube auf. Zwei Buben sammeln Eier ein. Die singende Schar vor dem Haus wird mit Süßigkeiten beschert. Den Hejo-Gipfel erhält der Lehrer oder der Bürgermeister als Ehrenmale. Nach dem Spiel verteilen die Kinder die Eier unter sich.
Referenzen
Theodor Brauch: Lätarebrauchtum am bayerisch-badischen Untermain, im östlichen Odenwald und Bauand. Würzburg 1970, S. 37 f.