I Ceri

Gubbio

Perugia

Umbria

Italia - Italy

Dieses Jahr

15.05.2022 (15.5.)

Nächstes Jahr

15.05.2023 (15.5.)

Turnus

jährlich

Festausübung

N
aktuell

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Geografie

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Ort

Gubbio

Kreis

Perugia

Region

Umbria

Staat

Italia - Italy

Beschreibung


Ablauf:
In Gubbio werden am 15. Mai zu Ehren des Schutzheiligen der Stadt, Sankt Ubaldus (Sant' Ubaldo) grosse, achteckige Holzgebilde, die Ceri, in einem feierlichen Wettlauf durch die Stadt getragen. Die Ceri bestehen aus zwei hohlen achteckigen Prismen, an deren Seiten Holzbalken befestigt sind, die dem Transport dienen. Jeder der Ceri wiegt mehr als drei Zentner, ist über fünf Meter lang und wird von jeweils zehn jungen Männern, Ceraioli genannt, getragen. Diese werden jeweils von einem Capocinque, der zwischen den vorderen Holzbalken steht, und einem Capodieci, der zwischen den hinteren Balken positioniert ist, angeführt. Auf die Spitze der Ceri werden die Heiligenfiguren der Schutzpatronen der Maurerzunft (Sankt Ubaldus), der Händlerzunft (Sankt Georg) und der Bauern und Studenten (Sankt Antonius) gestellt. Jede der drei Gruppen trägt Hemden in einer bestimmten Farbe; so sind die Ceraioli des Ubaldus gelb, die Gruppe des Heiligen Antonius trägt blau und die dritte Gruppe schwarz.

Am Morgen des 15. Mai, nach dem Gottesdienst, beginnt die Heiligenprozession (Sfilata dei Santi), in welcher die Figuren der drei Schutzpatrone durch die Straßen der Stadt bis vor den Konsulpalast (Palazzo dei Consoli) getragen werden. Nachdem die Ceraioli dort eine erste Mahlzeit zu sich genommen haben, begeben sie sich in Richtung Porta Castello, von wo aus gegen 11.00 Uhr ein grosser Festzug (Sfilata dei Ceraioli) beginnt. Angeführt von den Capodieci begibt sich der Zug zum Hauptplatz (Piazza Grande) des Dorfes. Dort angekommen überreicht der Bürgermeister im mittelalterlichen Gewand dem Primo Capitano, dem Hauptmann der lokalen Bürgerwehr, symbolisch für einen Tag die Schlüssel der Stadt. Nun kann auf der Piazza Grande die Alzata dei Ceri beginnen: unter Fanfarenklang und Trommelwirbel wird die Pforte des Konsulpalastes geöffnet und die Ceraioli stürzen mit den Ceri die Treppe hinunter. Einer der Capodieci wirft einen Krug in die Menschenmenge. Dies ist für die Ceraioli das Zeichen die Ceri aufzurichten. Majestätisch und feierlich werden die riesigen Gebilde einzeln durch die Stadt getragen bis sie um Punkt 13.30 Uhr auf eigens für sie bestimmten Sockeln plaziert werden. Nachdem sich die Ceraioli beim traditionellen Bankett im Konsulpalast gestärkt haben, ziehen sie singend durch die Straßen bis es um 18.00 Uhr zum aufregendsten Moment des Tages kommt: dem Wettlauf (Corsa dei Ceri). Nachdem die feierliche Prozession mit der Figur des Schutzpatrons vorbei gezogen ist und der Bischof den Segen gesprochen hat, wird allen voran der dem Heiligen Ubaldus gewidmete Cero im Laufschritt durch die Straßen getragen, gefolgt vom dem des Heiligen Georg und schliesslich dem des Heiligen Antonius. Auf der Strecke werden die Träger alle 70 Meter von weiteren Ceraioli, den Mute, abgewechselt. Der Primo Capitano und ein Trompeter begleiten die Prozession zu Pferde, der Secondo Capitano zu Fuss mit gezücktem Schwert, um den Ceraioli freies Geleit durch die Menge zu verschaffen. Auf dem Dorfplatz angelangt, drehen die Gruppen drei Runden (birate) um die Standarte mit dem Wappen Gubbios, bevor sie den schweren Aufstieg bewältigen, der zur Pforte der Basilika Sant' Ubaldo führt. Obwohl beim Wettlauf das Überholen der anderen Ceri untersagt ist, gewinnt die Gruppe, der es gelingt sich am weitesten vom hinteren Cero zu entfernen, und am nächsten an die vordere Gruppe heran zu gekommen. Auf dem Rückweg werden die Wettläufer von religiösen Gesängen und Fackellicht begleitet. Die Feierlichkeiten dauern bis tief in die Nacht bei Gesang und Wein in den Gassen und Tavernen des Städtchens an.

Geschichte:
Der Brauch hat seinen Ursprung im 12. Jahrhundert, am Todestag des damaligen Bischofs von Gubbio, Ubaldus, am 16. Mai 1160. Noch Monate nach dessen Tod, so schreibt es Ubaldus Nachfolger Teobaldus, zogen die Menschen mit Unmengen brennender Kerzen umher um ihrem geliebten Bischof zu gedenken. In der von Pabst Celestino III im März 1192 verfassten Heiligsprechung Ubaldus wurde festgelegt, dass dieser jedes Jahr am 15. Mai, dem Vorabend seines Ablebens, mit einem solchen Lichterfest zu ehren sei. Für die Prozession spendeten die städtischen Zünfte reiche Gaben, vor allem die Zünfte der Maurer, der Händler und der Bauern: Diese spendeten jedes Jahr drei grosse Altarkerzen (ceri), die am Ende des Gedenkgottesdienstes auf den Altar der nach Ubaldus benannten Basilika plaziert wurden. Dort werden seit 1194 die Gebeine des Heiligen aufbewahrt.
Ende des 16. Jahrhunderts entwickelte sich dann der Wettlauf. Zu dieser Zeit traten die Ceri auch erstmals in ihrer heutigen, hölzernen, Form auf. Vermutlich weil deren Beschaffenheit besser für den langen, beschwerlichen Transport geeignet war und, nicht zuletzt, den Belastungen des Wettlaufs besser stand hielt.