Piratenschlacht

Laufen

Berchtesgadener Land

Bayern

Deutschland - Germany

Dieses Jahr

08.06.2023 (Fronleichnam = 2. Donnerstag nach Pfingsten)

Nächstes Jahr

30.05.2024 (Fronleichnam = 2. Donnerstag nach Pfingsten)

Turnus

jährlich

Festausübung

N
erloschen

Allg. Festbeschreibung

Geografie

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Ort

Laufen

Kreis

Berchtesgadener Land

Region

Bayern

Staat

Deutschland - Germany

Beschreibung


Am Fronleichnamstag nachmittags um 1 Uhr versammelte sich die Schiffergarde von Laufen in Oberndorf (Österreichisch Laufen) in Uniform und voller Bewaffnung und zog dann unter den Klängen einer türkischen Musik am rechten Salzachufer eine gute Viertelstunde flußaufwärts. Dort angekommen, bestiegen die Schiffer acht bis zehn bereitstehende Schiffe, nachdem sie sich vor der Abfahrt in zwei Parteien, in Freund und Feind, geteilt hatten. Die Feinde wurden Banditen, Piraten, Seeräuber oder dergleichen genannt und pflegten in kurzen schwarzen Blusen, roten Hosen, roten Hauben mit herabhängenden Zipfeln bzw. Pudelhauben verkleidet, mit Karabinern, Dolch und Terzerol bewaffnet, aufzutreten. Die Schiffergarden dagegen trugen altsalzburgische Milizuniform - rote Röcke, weiße Hosen und Hüte mit roten und schwarzen Federbüschen und die dazugehörigen Musketen. In jedem Boot waren 6-8 Mann, ein Offizier und zwei Ruderer. Alle nun so bemannten Schiffe fuhren nun stromabwärts und unterhielten während dieses sogenannten "Durchfahrens" untereinander ein lebhaftes, blindes Feuergefecht unter den Klängen der unermüdlich fortspielenden Musik, bis sie unter der Oberndorfer Brücke wieder hindurch getrieben waren. Programmgemäß wurden die Piraten immer mehr in die Enge getrieben, endlich unter der Brücke gefangen genommen; nach der Landung entflohen die Gefangenen wieder, wurden aber von den Schützen umzingelt, neuerlich festgenommen, in bereitliegende Fesseln geworfen und im Triumph von den Siegern durch den Markt geführt, endlich feierlich gerichtet und zu einem gehörigen Quantum Bier verurteilt.

Referenzen

Bayerische Hefte für Volkskunde. Hrsg. vom Bayer. Verein für Volkskunst und Volkskunde. Heft 4, 1.Jg. 1914, S. 224 ff.