Ruethenfest

Landsberg am Lech

Landsberg a. Lech

Bayern

Deutschland - Germany

Dieses Jahr

16.07.2022 (3.Samstag im Juli)

Nächstes Jahr

23.07.2023 (4.Sonntag im Juli)

Turnus

alle 5 Jahre

Festausübung

N
aktuell

Geografie

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Ort

Landsberg am Lech

Kreis

Landsberg a. Lech

Region

Bayern

Staat

Deutschland - Germany

Beschreibung


Das Ruethenfest ist wesentlicher Bestandteil einer Festwoche mit detailliertem Programm (Theateraufführungen, Festzeltbetrieb, Volksfest etc.). Eröffnet wird die Festwoche am Freitag auf dem Hauptplatz vor dem Rathaus (17.30 Uhr), abends ist eine Aufführung eines Theaterstückes im Stadttheater.
Am Samstag ab 9.45 Uhr ist auf dem Hauptplatz Einmarsch der Landsknechte, Prolog des Ruethenfestherolds, historische Tänze, Fahnenschwingen usw. Um 14 Uhr wird der "Große historische Festzug" abgehalten. Am Sonntag um 6.30 Uhr ist der Weckruf der Stadtkapelle, um 9.45 Uhr Uhr und um 14 Uhr die gleichen Darbietungen wie am Samstag.

Geschichte:
Archivalische Nachweise über das Alter des Ruethenfestes fehlen. Das häufig genannte Jahr 1646 lässt sich nicht halten. "Landsbergs biedere Bewohner, welche im Schwedenkrieg des 17ten Jahrhunderts alle Darngsal und Grausamkeiten in vollem Maße zu erdulden hatte...feiern in ihrer Mitte alle 3 Jahre schon seit 1827 zum Gedächtnis des Abzuges der feindlichen Schweden (1633 und 1646) den 22. Juli in der Art, dass es zum Volks- und Kinderfest zugleich geworden, und welches man im Volksmunde Ritten zu nennen pflegt...Nach geendigtem Umzuge versammelt sich Alt und Jung in dem ehemaligen Maltesergarten auf dem Berge, um sich zu laben. Den armen Schulkindern werden unentgeltlich Erfrischungen ausgeteilt. Passende Kinderspiele und anderer Belustigungen haben statt, woran Eltern, Lehrer und Kinderfreunde Theil nehmen." (Vaterländischer Magazin, München 4/1840, S. 217f.)
Das Ruethenfest wird darauf zurückzuführen sein, dass Schulkinder mit ihren Lehrern im Frühjahr in die Auenwälder der Umgebung gingen, um Ruten zu schneiden (vgl. die Kinderfeste in Nördlingen und Kaufbeueren). Das sich daraus entwickelnde Schulfest wurde im 19.Jahrhundert im Sinn des Historismus zu einem national orientierten Heimatfest ausgebaut. Während man z.B. noch 1845 die "Früchte des Fleißes" vorführte, zeigte man z.B. 1871 "Krieg und Frieden", 1880 aus Anlass der 700-Jahr-Feier des Hauses Wittelsbach "Bilder aus der bayerischen Geschichte". Der Anstoss zur Gestaltung der Festzugsgruppen in der heute üblichen Weise ging von den Fresken im Rathaus von Landsberg aus, die die Satdtgeschichte dramatisch im Stil des späten 19. Jahrhunderts schildern (gemalt zw. 1876 und 1878). Bei Durchsicht des Programms fällt auf, dass das Ruethenfest Teil einer ausgewachsenen Festwoche ist, die keinen Bezug zum Anlass hat - nämlich ein Fest der Kinder für die Kinder zu sein. Die Organisation liegt beim Ruethenfestverein, ein Mitspracherecht der Kinder ist nicht vorgesehen. Die Gestaltung der drei Tage bis einschließlich dem darauffolgenden Sonntag liegt bei der Stadtverwaltung und beim Ruethenfestverein.
Der Festzug hat folgenden Aufbau:
1. Abteilung: Vier Fanfarenbläser zu Pferd, Herold, Fanfarengruppe des Tänzelfestvereins Kaufbeuren, "Ruethenzug der Knaben mit zwei Präzeptoren", Blumenwagen mit 100 Mädchen, "Ruethenzug der Mädchen mit zwei Präzeptoren", Rosenwagen mit 70 Mädchen.
2. Abteilung: Kaiserlicher Zug (mit Kaiser Ludwig von Bayern), Spitalstiftungswagen, Bayertorwagen, Herzog-Ernst-Wagen, Falkenjagdgruppe, Landsberger Bund, Kampfwagen von 1633, Jungfernsprungwagen, Pandurengruppe u.a. - sie stellen Ereignisse der Stadtgeschichte dar. Unter den Musikkapellen u.a. auch die Tänzelfest-Knabenkapelle Kaufbeuren.
3. Abteilung: Dominikus-Zimmermann-Wagen (seit 1973), Stadtwappen, Bayernwagen mit Patrona Bavaria. Der Festzugweg: Katharinenstraße, Lechbrücke, Herkomerstraße, Hauptplatz, Ludwigstraße, Vorderer Anger, Hinterer Anger, Herzog-Ernst-Straße, Hauptplatz, Herkomerstraße, Lechbrücke, v.-Kühlmannstraße, Waitzinger Festwiese (Bierzelt, Fahrgeschäfte).
Am Zug nehmen etwa 1000 Schulkinder und rund 20 Wagen teil. Die Kinder kommen vor allem von den Volksschulen der Stadt.

Referenzen

Günther Kapfhammer (Hrsg.): Brauchtum in den Alpenländern. Ein lexikalischer Führer durch den Jahreslauf. München 1977. S.