Fastnacht

Meersburg

Bodenseekreis

Baden-Württemberg

Deutschland - Germany

Dieses Jahr

27.02.2022 (Fastnachtssonntag = Quinquagesima / Estomihi), 20.02.2022 (Sonntag Sexagesima = 2. Sonntag vor der Fastenzeit), 24.02.2022 (Donnerstag vor der Fastnacht = Weiberfastnacht), 28.02.2022 (Fastnachtsmontag = Rosenmontag), 01.03.2022 (Fastnachtsdienstag)

Nächstes Jahr

19.02.2023 (Fastnachtssonntag = Quinquagesima / Estomihi), 12.02.2023 (Sonntag Sexagesima = 2. Sonntag vor der Fastenzeit), 16.02.2023 (Donnerstag vor der Fastnacht = Weiberfastnacht), 20.02.2023 (Fastnachtsmontag = Rosenmontag), 21.02.2023 (Fastnachtsdienstag)

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Ort

Meersburg

Kreis

Bodenseekreis

Region

Baden-Württemberg

Staat

Deutschland - Germany

Beschreibung

Umzug und Narrenbaumsetzen

Höhepunkt der Meersburger Fastnacht bildet nach einem großen Umzug zahlreicher Gastzünfte rund um den See, das große Narrenbaumsetzen auf dem Marktplatz. Angeführt von der Zimmermannsgilde wird der meist 25 m hohe Baum ohne technische Hilfsmittel unter großer Anteilnahme vor dem Rathaus platziert. Steht er sicher auf dem Marktplatz, beginnt die Jugend den Baum zu erklettern, um den etwa 6-8 Meter hoch hängenden Kranz zu erreichen. Daran festgemacht sind zahlreiche Spenden aus der hiesigen Geschäftswelt wie Würste oder Brezeln, Handschuhe und andere Gaben, die die jungen Leute zu ergattern versuchen. Der Baum steht bis Aschermittwoch und wird dann unter allgemeiner Beweinung ebenfalls wieder von der Zimmermannsgilde mit feierlichem Pathos umgelegt.

Maskenfiguren:
Der früher schwarz gekleidete Schnabelgiere trägt heute ein weißes Häs aus knielanger Hose und einer Art Schwalbenschwanz. Eine weiße Haube bedeckt den Kopf, auf der ein schmaler roter Kamm sitzt. Der große spitze Storchenschnabel bildet das „Gesicht“. Die Herkunft dieser Fastnachtsfigur ist umstritten. Eine Erklärung lautet, man habe sie den Ärzten zu Pestzeiten nachempfunden. Damals sollen diese nur mit dem fragwürdigen Schutz einer Gesichtsmaske ihre Kranken besucht haben, um sich nicht anzustecken. Historisch belegt ist diese Erklärung jedoch nicht. Tatsache ist aber, dass der Brauch mindestens 200 Jahre alt ist.
Dem Schnabelgiere zur Seite stehen die Dominos, die zu aufmüpfige Kinder fernhalten. Ehemals trug der Schnabelgiere das Gewand des Domino, und der rote Schnabel ragte unter der Kapuze hervor. Das Dominokostüm war im letzten und auch noch zu Beginn dieses Jahrhunderts eine sehr beliebte Verkleidungsart. Das Häs besteht aus dunklen Gewändern, einer Kapuze mit rotem oder grünem Saum, dunkler Halbmaske und Handschuhen. Mit ihren Saublodern halten die acht bis zehn Meersburger Dominos die Kinder in Schach.
Um die Jugend wieder mehr für die Fastnacht zu begeistern, rief man 1976 die Hänsele-Gruppe ins Leben, die mit ihren Karbatschen von Dreikönig bis Aschermittwoch umherziehen. Die Blätzle des Hänselehäs sind vorwiegend Blau. Im Meersburger Heimatmuseum kann man ein altes Hänselehäs bewundern: Es soll aus dem 18./19.Jahrhundert stammen.
Die Gruppe der Glonke gehört seit 1956 ebenfalls zur Meersburger Fasnet. Die Figur ist den früher am Hafen „herumglonkenden“ Arbeitslosen nachempfunden, die dort auf Frachtschiffe warteten, um beim Auf- und Abladen zu helfen.
Eine weitere Gruppe ist die der Subegler. Entstanden ist die Gestalt des Subeglers aufgrund einer anekdotischen Überlieferung: Anstatt sie mit heißem Wasser zu überbrühen, versuchte ein Schneider die Borsten einer toten Sau mit dem Bügeleisen abzubrennen.
Zum Bild der Meersburger Fasnetgestalten gehören aber auch der Narrenbüttel mit seiner Uniform in den Stadtfarben Blau und Gelb, der Narrenpolizei in alter Uniform sowie die Narreneltern.

Geschichte:
Das Narrenbaumstellen ist nachweislich einer der ältesten Bräuche der hiesigen Fastnacht. Aufgestellt wird der heutige Narrenbaum, auch Fasnachtssäule genannt, wohl schon seit Ende des 13. Jh. 1360 lässt sich die Meersburger Fasnacht schriftlich belegen als man von der Zeit zwischen der „wihennahten und der vasnaht“ sprach.
Vom Konstanzer Fürstbischof Max Christoph von Rodt, der von 1775 bis 1800 im Meersburger Schloss residierte, ist bekannt, dass er alljährlich den Korb des Schnabelgiere füllen ließ. Verweise auf andere vogelähnliche Gestalten lassen sich finden. So hat der Schnabelgiere sicherlich seine Entsprechung im „Hisgier“, der am vierten Fastensonntag in einigen Dörfern des Markgräflerlandes umgeht.
Die Aufnahme der Narrenzunft Schnabelgiere in die VSAN war im Jahr 1952.

Kinderumzug

Nach der Vesper beginnt mit dem Auftritt des Schnabelgiere ein Kinderumzug. Der Schnabelgiere ist ein kostümierter Erwachsener, der ein Narrenkostüm und einen großen Schnabel trägt. Meist ist er begleitet von einem „Jungen“, das im nächsten Jahr die Rolle des Schnabelgiere übernehmen wird. Dazu kommen noch zwei Masken mit Saublodern, d. h. luftgefüllten Schweinsblasen, die mit langen Schnüren am Ende eines Stockes befestigt sind. Die Kinder umringen den Schnabelgiere und rufen so laut es geht immer wieder: „Schnabel-Schnabel-Giere“, und die Gestalt greift in ihren Sack und wirft Küchle, Wurstzipfel, Nüsse und Dörrobst unter die Schar. Wenn die Kinder die Sachen einsammeln und beginnen, sich darum zu balgen, sausen die Saublodern auf sie herab. Beim Zug durch die Stadt geht der Schnabelgiere auch in die verschiedenen Geschäfte, um den Sack wieder auffüllen zu lassen, und das Spektakel endet erst, wenn der Sack endgültig leer ist.

Geschichte:
Der vermutete Ursprung dieses Brauches liegt in den heidnischen Frühlingsfesten.
Der Name wird in Verbindung gebracht mit Schnabelgeiß (Obfelden, Kanton Zürich) und Hisgier (Vögisheim, Markgräfler Land).

 

Die Termine der aktuellen Fastnachtsveranstaltungen können aus dem unter www.fasnacht.net ab Oktober jedes Jahres von der Vereinigung Schwäbisch- Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) veröffentlichten Narrenfahrplan entnommen werden.

Referenzen

Zur Geschichte der organisierten Fastnacht, Hg. Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte Vöhrenbach 1999.