Reuze

Cassel

Nord

Hauts-de-France

France - France

Dieses Jahr

19.02.2023 (Fastnachtssonntag = Quinquagesima / Estomihi), 10.04.2023 (Ostermontag)

Nächstes Jahr

11.02.2024 (Fastnachtssonntag = Quinquagesima / Estomihi), 01.04.2024 (Ostermontag)

Turnus

jährlich

Festausübung

N
aktuell

Allg. Festbeschreibung

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Geografie

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Ort

Cassel

Kreis

Nord

Region

Hauts-de-France

Staat

France - France

Beschreibung


Der Karnevalsbrauch der Riesen von Kassel im Departement Nord in der Region Nord-Pas-de-Callais findet jedes Jahr am Fasnachtssonntag (Winterkarneval) und am Ostermontag (Sommerkarneval) statt. Die Riesen sind zu zweit und heißen "Reuze Papa und Reuze Mama". In der populären Vorstellungswelt der nördlichen Departements kommen Riesen häufiger vor. (vgl. Gayant in Douai)

Ablauf

An den genannten Auftrittstagen werden die Riesen jeweils gegen 17.00 Uhr von den "Freunden der Reuze" aus ihrer Unterkunft herausgeholt. Das Jahr über sind die Riesen in Museen untergebracht. Ihre Rückkehr ist stets ein mit Spannung erwartetes Ereignis; Die "Reuze" ziehen durch die Straßen von Kassel, am Fastnachtssonntag nur zu zweit, am Ostermontag jedoch noch in Begleitung anderer Figuren, wie beispielsweise von einem Pferd und einem Hahnenreiter (vgl. Nontron). Zudem befinden sich im Zug mit den Riesen auch Akteure, unter anderem Musiker, mit übergroßen Köpfen. Am Ende des Tages versammelt sich der Zug auf dem großen Platz, der mit Fackeln und bengalischen Feuern illuminiert ist. Dort tanzen die Kasseler zu eingängigen Melodien, wobei sie laute Schreie ausstoßen. Dieses Schreien soll bewirken, die Zeit bis zur Wiederkehr der Reuze im nächsten Jahr zu verkürzen. Nach fünf Stunden ausgelassenen Feierns und Herumziehens in den Straßen von Kassel bis in die späte Nacht hinein müssen sich Kasseler von ihren großen Freunden verabschieden.

Geschichte

Reuze Papa wurde 1827 geschaffen. Wie die meisten Riesen des Nordens hat auch Reuze Papa ein kriegerisches Aussehen. Reuze ist flämisch und bedeutet Riese. Als Beschützer der Stadt ist er mit einem Brustpanzer und einem Degen ausgestattet. Ein roter Stoff umgibt seine Brust wie ein Herrscherschal. 1860 wurde dem männlichen Riesen eine Frau beigegeben. Die beiden Riesen sind 6,25 m hoch und wiegen 67 kg (Reuze Mama) und 83 kg (Reuze Papa). Jeweils 4 Träger bewegen die beiden Riesen unter deren Kleidung durch die Stadt. Sie manövrieren die Riesen nach genauen Instruktionen nach vorne, nach hinten, lassen sie zum Klang der Musik tanzen, sich gegenseitig umarmen und küssen. Die Träger rekrutieren sich aus den Feuerwehrleuten der Stadt. Deren Ideale spiegeln sich in den Riesen: Sie präsentieren sich als gute Bürger, sind immer auf das Wohl der Stadt bedacht und jederzeit bereit, die Einwohner zu retten. Für den Umgang mit den Riesen tragen die Träger ein langes Gewand und eine rote Mütze. Ihr Gewand ist mit einer goldenen Borte geschmückt und wird durch vier große, weiße Knöpfe geschlossen.


Ähnliche Feste finden in auch in den belgischen Städten Ath, Brüssel, Dendermonde, Mechelen und Mons, sowie in den französischen Städten Douai, Pézenas und Tarascon statt.

Das Fest wurden 2005 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit (Intangible Cultural Heritage of Humanity) aufgenommen.

Referenzen

https://ich.unesco.org/en/RL/processional-giants-and-dragons-in-belgium-and-france-00153