Ostern

Das Osterfest gilt als höchster christlicher Feiertag und hat das Gedenken der Auferstehung Jesu Christi zum Anlaß. Sich über drei Tage ausdehnend, der österliche Festkreis beginnt jedoch bereits am >Aschermittwoch, und mit dem Ostersonntag beginnend, gilt Ostern bundesweit als gesetzlicher Feiertag. Das Osterfest schließt thematisch mit dem fünfzig Tage später stattfinden >Pfingstfest ab. Die Herkunft des Begriffes ist nicht einwandfrei zu klären, leitet sich jedoch anscheinend vom indogermanischen Wort für „Morgenröte“ ab und ist ein Hinweis auf die ebenso zu Ostern gefeierten Frühlings- und Fruchtbarkeitsbräuche.

Bis zum 3. Jahrhundert feierte man Ostern als einen Festtag. Im 3. Jahrhundert wurde dann die Woche vorher, die Karwoche, als Ostern vorbereitende Fastenzeit hinzugenommen; im 4. Jahrhundert wurden die „drei heiligen Tage“ von Gründonnerstag Abend bis Ostersonntag Morgen als Höhepunkt des Kirchenjahres eingeführt. Eine terminliche Divergenz zwischen den Osterterminen der westlichen und der östlich-orthodoxen Kirchen läßt sich anhand der verschiedenen Berechnungsgrundlagen nachvollziehen und besteht bereits seit dem 1. Konzil von Nicäa (325). Darüber hinaus unterscheidet sich nicht nur die kalendarische Einteilung des Kirchenjahres sondern auch die traditionelle Zählung der vorösterlichen Fastentage. Innerhalb der orthodoxen Kirchen ist es weiterhin undenkbar, das Osterfest vor oder mit dem jüdischen Pessachfest zu feiern, obschon die christliche Festpraxis zu Ostern zahlreiche Elemente der jüdischen Pessachfeiern enthält (z.B. Osterlamm). Die katholische Ostertradition gebietet den Gläubigen wenigstens einmal im Jahr die Generalbeichte abzulegen und an der Kommunion teilzunehmen („Osterpflicht“).

Die Osternacht, also der Nacht von Karsamstag auf den Ostersonntag, wird vor allem in den katholischen und orthodoxen Konfessionen gefeiert, findet jedoch auch innerhalb der evangelischen Religionsgemeinschaften erhöhten Zuspruch: Dieser Gottesdienst besteht für gewöhnlich aus vier Teilen und enthält immer die Eucharistie und die Taufe, bzw. die Erneuerung des Taufbekenntnisses. Als „Lichternacht“ und „Heilige Nacht“ begangen gedenken die wachenden Gläubigen der biblischen Ölbergszene. Hierbei werden zumeist vorher geweihte Kerzen getragen und/oder Osterfeuer entzündet. Genau wie an den kirchlichen Feuern entzündeten Osterkerzen sagte man dem Weihwasser der Osternacht besondere Eigenschaften nach. Angeblich hat es nicht nur eine heilende Wirkung, sondern auch jung und schön erhalten. Unverheiratete Frauen sollen sich in fließendem „Osterwasser“ waschen oder es, aus besonderen Quellen geschöpft, mit nach Hause genommen haben. Seine Wunderkraft soll es jedoch nur entfalten können, wenn diese Vorgänge schweigend von statten gehen. Auch breitete man Tücher aus, um den Tau des Ostermorgens aufzufangen. Der Karsamstag ist auch der traditionelle Termin zum backen von Ostergebäck. Diese Backwerke beziehen sich meist symbolisch auf die Osterereignisse: Durch Osterkringel soll beispielsweise der als Sonne gedeutete Christus das „Licht der Welt“ versinnbildlichen, die traditionellen Osterzöpfe weisen auf die, durch Christi Auferstehung erneuerte, Verbindung zwischen Gott und den Menschen hin. Tierformen, wie etwa die Osterlämmer, verweisen auf die Symbolik des Johannesevangeliums. Es steht für die Wehrlosigkeit gegen wilde Tiere, den Scherern und den Schlächtern, es ist das klassische Opfertier im Alten Testament. Auch Jesus Christus wird als Lamm bezeichnet: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt“ (Johannesevangelium 1, 29). Im christlichen Altertum legte man Lammfleisch unter den Altar. Es wurde geweiht und am Auferstehungstag als erste Speise verzehrt. Doch auch weltlichere Speisen sind zu Ostern beliebt: Pfannkuchen oder aus Marzipan gefertigtes „Osterbrot“ sind genauso üblich, wie verschiedene Lebkuchen in Tierformen oder Osterbrezeln.

Der Ostersonntag ist traditionell der Höhepunkt der Osterfesttage; die hier stattfindenden kirchlichen und säkularen Brauchformen sind entsprechend zahlreich, zumal die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland an diesen Brauchausübungen in unterschiedlichem Maße teilnimmt. Bekanntester Brauch ist das verschenken von „Ostereiern“, die, nach einer protestantischen Tradition des 18. Jahrhunderts, vom „Osterhasen“ gebracht werden. Diese „Braucherfindung“ diente wohl in erster Linie der Abgrenzung zu den zeitgleich stattfindenden „Eierweihen“ der katholischen Gläubigen. Dennoch setzt sich die Eiersuche seit dem 19. Jahrhundert auch nach und nach auch in katholischen Gebieten, von einzelnen regionalen Besonderheiten einmal abgesehen, durch. Das Osterei läßt sich wiederum aus der jüdischen Symbolik des Pessachfestes herleiten, und ist im Christentum bereits früh für Armenien belegt. Diese Schenkpraxis wurde allerdings mit praktischen Erwägungen verknüpft: Durch das kirchliche Verbot, während der vorösterlichen Fastenzeit Eier und Eierspeisen zu sich zu nehmen, gab es zu Ostern einen erheblichen Überschuß an Eiern, der entweder als Osterspeisen und -gebäck, oder eben verziert zur Weihe in die Kirche mitgenommen und anschließend verschenkt wurden. In der christlichen Symbolik steht das Ei für die Hoffnung der Auferstehung Jesu. Ihre Bemalung ist regional sehr unterschiedlich, am bekanntesten und innerhalb der Ostkirche am weitesten verbreitet, ist ihre rote Einfärbung, die damit auf den lebendigen auferstandene Christus und das von ihm vergossene Blut hindeutet. Die Bemalung von Ostereiern in der Westkirche ist seit dem 12./13. Jahrhundert belegt. Mit den zum Osterfest hartgekochten und bemalten Eiern haben sich auch in der Gegenwart zahlreiche (Kinder-)Spiele erhalten (z.B. „Eierkippen“, „Eierpecken“), die sich zusammen mit den, nunmehr verschwundenen, biblischen Osterspielen entwickelt haben.

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