02.11. Allerseelen

Allerseelen [lat. In Commemoratione Omnium Fidelium Defunctorum; auch: Selentag, Seltag] ist ein römisch-katholischer Festtag zum Andenken an die Seelen der Verstorbenen. Es findet einen Tag nach Allerheiligen statt. Vor allem im alpenländischen Raum ist er, als Bestandteil der „Volksfrömmigkeit“, Gegenstand vielfältiger Bräuche und religiöser Handlungen. Diese konzentrieren sich auf die als „Seelenwoche“ geltende Zeit vom 30. Oktober bis 8. November. Früher glaubte man, dass in diesen Tagen die armen Seelen anwesend seien. Angehörige der evangelischen Kirche(n) begehen einen Gedenktag für die Verstorbenen seit 1816 eine Woche vor dem 1. Advent, dem „Ewigkeitssonntag“.

Während sich bis zum frühen Mittelalter das Totengedenken zumeist auf die Pfingst- und Osterfeiertage konzentrierte – so ordnete im 7. Jahrhundert Isodor von Sevilla seinen Mönchen an, am Tage nach dem Pfingstfest für die Toten Eucharistie zu feiern – geht der heute noch gültige Festtermin vom französischen Kloster Cluny aus. Im Jahr 998 feiert man dort zum ersten Mal am 2. November ein Allerseelenfest, das sich zu Beginn des 11. Jahrhunderts allmählich in ganz Europa ausbreitet. Die noch heute üblichen drei Messfeiern zu diesem Tag wurden 1748 durch Papst Benedikt XIV. gestattet und der Allerseelentag 1915 von Benedikt XV. als Fest der gesamten katholischen Kirche erneut bestätigt. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat das Allerseelenfest einen mehr österlichen Bezug: so spricht Johannes XXIII. von Ostern als „Fest aller Toten“.

Als Fest des Totengedenkens hat der Allerseelentag eine Vielzahl an bräuchlichen und liturgischen Handlungen hervorgebracht: wichtigste kirchliche Tradition ist die Ableistung des „Allerseelenablasses“. So kann, nach der Lehre der römisch-katholischen Kirche, vom 1. bis zum 8. November täglich einmal ein vollkommener Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden. Beim hierbei vorgesehenen Friedhofsbesuch werden deren Gräber (meist diejenigen von Verwandten) mit Grün und Blumen geschmückt und ein ewiges Licht aufgestellt. Dies liegt dem Glauben zugrunde, dass sich die Seelen der Toten vor ihrer Aufnahme in den Himmel einer Reinigung im Fegefeuer unterziehen müssen. Die Lebenden können den Toten durch „Armeseelenspenden“ helfen.

Weit verbreitet war ebenso der Glauben daran, dass in der „Seelenwoche“ die Toten aus dem Fegefeuer aufstiegen und auf die Erde zurückkehren. Hierfür stellten Verwandte in deren Häusern den Toten Essen bereit. Auch wurde an diesem Tage Mönche, Nonnen und Patenkinder mit Gaben bedacht. Diese bestanden meist aus speziellen Gebäckstücken und Broten, wie dem „Seelenspitzenbrot“ oder dem „Seelenkuchen“. Zu den alten Bräuchen gehörte auch, dass in den Bauernhöfen verschiedene Brote in größerer Anzahl gebacken und mit den Worten „Gesegnet für die Armen Seelen“ an die Verwandten und Bediensteten verteilt wurden. Das Brot wurde dann mit den Worten „Vergelt’s Gott für die Armen Seelen!“ in Empfang genommen. Vom oberösterreichischen Inn- und Hausruckviertel bis zum südostbayerischen Chiem- und Rupertigau waren ebenfalls aus Hefeteig geflochtene Zöpfe sehr beliebt als Allerheiligengebäck. Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten. Mancherorts findet an diesem Tag auch eine feierliche Prozession zum Friedhof statt, wo auch die Gräber der verstorbenen Priester besucht und mit besonderer Wertschätzung bedacht werden. Bestandteil dieser Prozessionen ist auch das Singen des „Dies irae, dies illae“.

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