Karfreitag

Der Karfreitag [auch: Stiller Freitag] ist ein christlicher Festtag, an dem des Kreuzestodes Jesu Christi gedacht wird. Er hat vor allem innerhalb der evangelisch-protestantischen Theologie eine zentrale Bedeutung, wird jedoch auch von der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche begangen. In Deutschland ist der Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag, ebenso in den meisten Kantonen der Schweiz. Seine liturgische Farbe ist schwarz, in der römisch-katholischen Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil rot.

Bis in das 4. Jahrhundert feierte man die Osterereignisse, der Passion, Tod und Auferstehung noch an einem gemeinsamen Feiertag. Seit dem 5. Jahrhundert spricht man, mit dem Kirchenvater Augustinus, vom „Triduum des gekreuzigten, begrabenen und auferstandenen Christus“. Innerhalb der evangelisch-protestantischen Kirche nimmt der Karfreitagsgottesdienst einen besonderen Platz im Kirchenjahr ein: Während auf Altarschmuck, Kerzen und sonstige schmückende Gegenstände weitgehend verzichtet wird, bildet die Eucharistie den Höhepunkt der Kirchenfeier. Mancherorts wird aber, der altkirchlichen Tradition folgend, auf die Darreichung des Abendmahls verzichtet. Die Gottesdienste finden traditionell um 15:00h, der angenommenen Todesstunde Jesu, statt. Wie auch bei der katholischen Karfreitagsmesse wird meist auf das Glockenläuten verzichtet. Innerhalb der katholischen Kirche wird die karfreitagliche Messe als Wortgottesdienst begangen. Dieser läßt sich in drei Phasen unterteilen: Die Verlesung der Passionsevangelien und der Großen Fürbitte, der Kreuzerhöhung und der Kommunionsfeier. Vor allem die Kreuzerhöhung ist mit zahlreichen symbolischen Handlungen belegt. Diese können von der Enthüllung eines Holzkreuzes bis zu einer Prozessionsähnlichen Darbietung innerhalb des Kirchengebäudes reichen.

Mancherorts schließt sich als weiteres, eher bräuchliches Element die Grablegung an. Das in der Feier verehrte Kreuz oder eine Figur des Leichnams Jesu werden dabei unter Gesang und Gebeten an einen feierlich geschmückten Ort, meist in einer Seitenkapelle der Kirche, verbracht. Jede Aussetzung des Allerheiligsten ist dabei ausdrücklich untersagt. Das in der Kirche ausgestellte Kreuz wird bis zur Feier der Osternacht in der Form verehrt wie sonst das Allerheiligste, also durch einfache oder doppelte Kniebeuge. Auch die Feier zum Gedächtnis des Kreuzweges ist eine beliebte Brauchhandlung innerhalb der mancherorts stattfindenden Karfreitagsprozessionen (Lohr am Main, Bad Cannstadt).

Der Brach, freitags kein Fleisch zu essen, läßt sich auf den Karfreitag zurückführen. In Süddeutschland ist der Brauch der „Karfreitagsratschens“ überliefert. Dabei ersetzen die Meßdiener und andere Brauchträger (Klapperbuben) die für die an Karfreitag und -samstag ruhenden Kirchenglocken durch ein lautes „ratschen“ mit hölzernen Instrumenten und machen damit auf den Beginn des Gottesdienstes aufmerksam. Dabei erheischten sie am Karsamstag sogenannte „Klappereier“. Den an Karfreitag gelegten Eiern erkannte man, wie noch heute in Teilen der Schweiz üblich, besondere Schutz- und Heilfunktionen zu. Sie sollten, dunkel und kühl aufbewahrt, über ein Jahr haltbar sein. Im Dachgebälk, oder an den Ecken der Scheunen vergraben, sollten sie auch Tiere vor Krankheiten schützen. Auch das an diesem Tag gesammelte „Karfreitagsgras“ sollte diese Wirkung haben und wurde getrocknet den Tieren als Heilmittel ins Futter gemischt.

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